Bosnien · IFOR
Vom Unterstützungsauftrag zur direkten Präsenz.
Das Dayton-Abkommen beendete den Krieg nicht mit einem Federstrich. Der militärische Frieden musste überwacht, die Versorgung der multinationalen Kräfte gesichert und zerstörte Infrastruktur wieder nutzbar gemacht werden.
Seit Dezember 1995 setzte die NATO dafür die Implementation Force (IFOR) ein. Das deutsche Heereskontingent umfasste 1996 im Durchschnitt rund 2.600 Soldaten. Sein Schwerpunkt lag auf Versorgung, sanitätsdienstlicher Betreuung sowie dem Wiederaufbau zerstörter Brücken und beschädigter Straßen. Trotz dieses unterstützenden Auftrags blieb das Umfeld gefährlich: Der Jahresbericht des Wehrbeauftragten nennt die Minengefahr ausdrücklich und dokumentiert die Verletzung eines Soldaten durch eine Mine bei Brückenarbeiten in Visoko.
Beim Fallschirmjägerbataillon 313 war diese neue Realität bereits 1996 angekommen. Ein damaliger Truppenarzt des Bataillons diente 1996 in Bosnien und erneut 1997. Damit war der Auslandseinsatz für die 313er keine ferne politische Entwicklung mehr – er gehörte nun zur eigenen Verbandsgeschichte.
Ende 1996 löste SFOR die IFOR-Truppe ab. Damit änderte sich die Qualität des deutschen Engagements grundlegend: Nach der zeitgenössischen parlamentarischen Dokumentation wurden mit SFOR erstmals deutsche Bodentruppen direkt im Konfliktgebiet stationiert. Für das FschJgBtl 313 führte dieser Weg 1997 schließlich vom KRK-Verband zum Leitverband eines gepanzerten Einsatzverbandes.
1995Dayton1996IFOR · UnterstützungDEZ 1996Übergang zu SFOR1997313 als Leitverband